Kaufleute im Gesundheitswesen
Kaufleute im Gesundheitswesen führen die kaufmännischen Geschäfte von Krankenkassen, Kliniken und Verbänden: Leistungsabrechnung, Vertragswesen und die Auskunft an Versicherte.
59 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kaufleute im Gesundheitswesen verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.200 € | 3.500 € | 38.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.400 € | 3.800 € | 4.300 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.200 € | 4.700 € | 5.500 € | 56.400 € |
Entscheidend ist der Träger: Bei gesetzlichen Krankenkassen und den übrigen Trägern der Sozialversicherung gelten der TVöD beziehungsweise die Tarifverträge der Kassenarten, etwa der Ersatzkassen, mit fester Eingruppierung und Stufenaufstieg. In Kliniken, bei Dienstleistern und privaten Anbietern wird häufiger frei verhandelt, und die Spanne fällt breiter aus.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Haus zu Haus unterscheiden – im privaten Versicherungsgewerbe stehen sie im Tarifvertrag, bei den gesetzlichen Kassen im TVöD.
Das Berufsbild
Was machen Kaufleute im Gesundheitswesen?
Der Beruf verbindet kaufmännisches Handwerk mit Sozialrecht. Bei einer gesetzlichen Krankenkasse werden Mitgliedschaften geführt, Meldungen der Arbeitgeber verarbeitet, Leistungsanträge nach dem SGB V geprüft und Abrechnungen von Ärzten, Krankenhäusern und Heilmittelerbringern kontrolliert. Dazu kommt die Auskunft an Versicherte über Zuzahlungen, Krankengeld, Zuschüsse und Wahltarife, meist am Telefon und in der Schriftgutbearbeitung. In einem Krankenhaus oder einer Rehaklinik verschiebt sich der Schwerpunkt zur Abrechnung der Behandlungsfälle, zur Belegungssteuerung, zum Einkauf und zum Controlling. Bei Verbänden, Pflegediensten, privaten Versicherern und Dienstleistern des Gesundheitsmarktes kommen Vertragsverhandlungen, Statistik und Projektarbeit hinzu. Gemeinsam ist allen Häusern, dass fast jeder Vorgang an eine Rechtsgrundlage gebunden ist und dass Fristen den Takt vorgeben.
Wie wird man Kaufmann im Gesundheitswesen?
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer; bei guten Leistungen ist eine Verkürzung möglich. Bei den gesetzlichen Kassen steht daneben die Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten, die enger auf Beitrags- und Leistungsrecht zugeschnitten ist und dort vielerorts der Regelabschluss bleibt. Aufbauend gibt es den Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen und den Betriebswirt, bei den Kassen zusätzlich den Verwaltungsfachwirt und die Laufbahn des gehobenen Dienstes. Ein Studium der Gesundheitsökonomie oder des Gesundheitsmanagements führt in Planung, Controlling und Vertragsmanagement. Der Quereinstieg aus anderen kaufmännischen Berufen oder aus der Pflege kommt vor, verlangt aber eine gründliche Einarbeitung in das Sozialrecht.
Was der Beruf verlangt
Zuerst Genauigkeit. Wer eine Leistung bewilligt oder ablehnt, greift in die Versorgung eines Menschen ein, und die Entscheidung muss auf einer Norm stehen, nicht auf einem Gefühl. Die Rechtslage ändert sich häufig; Gesetzesnovellen, Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses und Rundschreiben der Verbände sind laufend nachzuvollziehen. In den Servicebereichen der Kassen ist die Arbeit getaktet: Erreichbarkeitsquoten, Bearbeitungszeiten und Rückstandslisten sind messbar und werden gemessen. Gespräche über abgelehnte Anträge, Widersprüche und Krankengeldfälle sind belastend, weil den Zahlen auf dem Bildschirm eine schwierige Lebenslage gegenübersteht. Die Fluktuation in der Sachbearbeitung ist entsprechend spürbar, besonders in den ersten Jahren.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil. Kassen, Kliniken und Träger stehen unter Kostendruck, verlagern Standardvorgänge in Selbstbedienungsportale und automatisieren einfache Abrechnungsprüfungen; abgebaut wird dadurch vor allem einfache Massenarbeit. Was bleibt und zunimmt, sind die Fälle, die eine Auslegung verlangen: strittige Abrechnungen, Widersprüche, Verträge mit Leistungserbringern, Versorgungsmanagement. Wer sich in ein Feld einarbeitet, hat gute Wege nach vorn, etwa in die Krankenhausabrechnungsprüfung, in das Vertragsmanagement, in die Beratung zu Prävention und Versorgung oder in die Führung eines Serviceteams. Der Wechsel zwischen gesetzlichen Kassen, Privatversicherern und Leistungserbringern ist möglich; die Fachsprache ist dieselbe, die Tarif- und Arbeitsbedingungen sind es nicht.
Aufgaben
- Mitgliedschaften und Arbeitgebermeldungen bearbeiten
- Leistungsanträge nach dem SGB V prüfen und bescheiden
- Abrechnungen von Ärzten, Kliniken und Heilmittelerbringern kontrollieren
- Versicherte zu Zuzahlungen, Krankengeld und Zuschüssen beraten
- Widersprüche aufnehmen und den Sachverhalt aufbereiten
- Beiträge und Forderungen überwachen, Mahnungen veranlassen
- Verträge mit Leistungserbringern vorbereiten und pflegen
- Auswertungen zu Fallzahlen, Kosten und Beständen erstellen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen oder zum Sozialversicherungsfachangestellten
- Kenntnisse im Sozialversicherungsrecht, vor allem im SGB V
- Sicherer Umgang mit Abrechnungs- und Bestandssystemen
- Genauigkeit im Umgang mit Fristen und Nachweisen
- Belastbarkeit in Gesprächen über abgelehnte Leistungen
- Bereitschaft, Rechtsänderungen laufend nachzuvollziehen
Wo man arbeitet
- Geschäftsstelle einer gesetzlichen Krankenkasse
- Krankenhaus oder Rehaklinik
- Medizinisches Versorgungszentrum
- Verband oder Körperschaft des Gesundheitswesens
- Privater Krankenversicherer
- Dienstleister für Abrechnung und Versorgungsmanagement
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen mit Abschlussprüfung vor der Industrie- und Handelskammer. Bei den gesetzlichen Kassen ist die dreijährige Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten die gleichwertige, dort oft übliche Alternative. Aufbauend folgen der Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen, der Verwaltungsfachwirt oder ein Studium der Gesundheitsökonomie.
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- Offene Stellen
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