Kundenberater im Außendienst
Kundenberater im Außendienst betreuen einen zugeordneten Bestand oder ein Gebiet vor Ort, nehmen den Bedarf im Gespräch auf, vermitteln Verträge und begleiten ihre Kunden im Schadenfall.
7 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kundenberater im Außendienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.400 € | 3.900 € | 40.800 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.400 € | 5.500 € | 52.800 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 6.000 € | 8.000 € | 72.000 € |
Im angestellten Außendienst gilt der Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe, ergänzt um hauseigene Vertriebsregelungen; das Einkommen setzt sich aus Fixum und variablem Anteil zusammen, und der variable Anteil schwankt mit dem Neugeschäft. Als Handelsvertreter nach § 84 HGB besteht die Vergütung überwiegend aus Abschluss- und Bestandsprovision, wobei die Abschlussvergütung bis zum Ende der Haftungszeit rückzahlbar bleibt. Die Spannweite ist deshalb größer als in jedem anderen Bereich der Assekuranz, und der übernommene Bestand entscheidet stärker über das Einkommen als die eigene Abschlussquote.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Haus zu Haus unterscheiden – im privaten Versicherungsgewerbe stehen sie im Tarifvertrag, bei den gesetzlichen Kassen im TVöD.
Das Berufsbild
Was macht ein Kundenberater im Außendienst?
Der Außendienst ist der Teil der Assekuranz, der zum Kunden fährt. Grundlage ist ein Gebiet oder ein zugeordneter Bestand, häufig eine Region mit mehreren Ortschaften; im Bestand dieses Portals schreiben Versicherer solche Stellen ausdrücklich je Region aus. Termine entstehen aus Anlässen im Bestand, aus Empfehlungen, aus Zuführungen der Agenturen und aus eigener Ansprache.
Ein Termin beginnt mit der Bedarfsaufnahme: vorhandene Verträge sichten, Risiken und Lücken erfassen, Einkommen, Vermögen und Verpflichtungen einordnen. Daraus werden Angebote gerechnet, Deckungssummen und Selbstbehalte abgestimmt und Anträge aufgenommen. Der Zuschnitt reicht von Sach, Haftpflicht, Unfall, Rechtsschutz und Kraftfahrt bis zur Altersvorsorge und Berufsunfähigkeit; bei gewerblichen Kunden kommen Inhalts-, Betriebsunterbrechungs- und Betriebshaftpflichtdeckungen hinzu, bei Industriekunden ganze Programme über mehrere Sparten.
Nach dem Abschluss bleibt die Arbeit am Vertrag. Nachträge, Beitragsanpassungen, Begleitung im Schadenfall und die Abstimmung mit dem Innendienst, wenn ein Risiko über die eigene Zeichnungsvollmacht hinausgeht. Beratung und Empfehlung sind nach dem Versicherungsvertragsgesetz zu dokumentieren; das Beratungsprotokoll gehört zu jedem Termin und entsteht unterwegs.
Wie wird man Kundenberater im Außendienst?
Der klassische Weg führt über die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, oft mit ersten Jahren im Innendienst. Ebenso verbreitet ist der Quereinstieg aus Handel, Handwerk, Banken oder Handelsvertretung; dann wird die Sachkunde über die Prüfung zum Versicherungsfachmann und über das Ausbildungsprogramm des Hauses nachgeholt. Für die Vermittlung ist die Erlaubnis nach der Gewerbeordnung nötig oder die Eintragung als gebundener Vertreter, dazu die Weiterbildung von fünfzehn Stunden im Kalenderjahr.
Zwei Vertragsformen stehen nebeneinander und sind für Bewerber der entscheidende Unterschied: die Anstellung im angestellten Außendienst mit Fixum, variablem Anteil und Sozialversicherung, und die Selbstständigkeit als Handelsvertreter mit eigenem Büro, eigener Absicherung und reiner Erfolgsvergütung. Aufstiegsfortbildungen sind der Versicherungsfachwirt und der Versicherungsbetriebswirt.
Was der Beruf verlangt
Ausdauer im Kontaktaufbau und die Bereitschaft, Termine am Abend und am Wochenende zu legen. Die Leistung wird an Zielen gemessen, die in Bewertungseinheiten oder Beitragssummen ausgedrückt sind, und Ergebnisse sind monatlich sichtbar. Provision ist bis zum Ende der Haftungszeit vorläufig: wird ein Vertrag früh storniert, ist der Anteil zurückzuführen, weshalb eine hohe Abschlussquote ohne Bestandsfestigkeit wenig wert ist. Dazu kommen Führerschein, ein gepflegtes Gebiet und die Fähigkeit, eine Absage auszuhalten.
Aussichten
Der Bedarf ist stabil, weil ein erklärungsbedürftiges Produkt und ein alternder Bestand persönliche Betreuung brauchen und weil viele Vermittler in den nächsten Jahren ihre Agentur übergeben. Der Wettbewerb um Neugeschäft verschiebt sich zugleich zu Vergleichsportalen und Direktkanälen, was die Bestandsbetreuung wichtiger macht als die Kaltakquise. Wege nach oben führen in die Agenturleitung, in die Bezirks- oder Geschäftsstellenleitung, in die Maklerbetreuung oder in die Spezialberatung für Vorsorge und Gewerbe.
Aufgaben
- Bestand und Gebiet betreuen und Termine vor Ort führen
- Bedarf aufnehmen, vorhandene Verträge sichten und Lücken erfassen
- Angebote rechnen, Deckungssummen abstimmen und Anträge aufnehmen
- Anlässe im Bestand aufgreifen und Empfehlungen einholen
- Kunden im Schadenfall begleiten und an die Regulierung übergeben
- Größere Risiken mit Innendienst und Underwriting abstimmen
- Beratung und Empfehlung im Protokoll dokumentieren
Voraussetzungen
- Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann
- Erlaubnis nach § 34d GewO oder Eintragung als gebundener Vertreter
- Weiterbildung von fünfzehn Stunden im Kalenderjahr
- Kenntnisse in Sach, Haftpflicht, Unfall, Kraftfahrt und Vorsorge
- Führerschein und Reisebereitschaft im Betreuungsgebiet
- Belastbarkeit bei Zielvorgaben und wechselnden Terminlagen
Wo man arbeitet
- Angestellter Außendienst eines Erstversicherers
- Regional- oder Bezirksdirektion mit eigenem Gebiet
- Generalagentur oder Geschäftsstelle
- Selbstständige Handelsvertretung nach § 84 HGB
- Maklerbüro mit eigener Außenbetreuung
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, oft gefolgt von ersten Jahren im Innendienst. Der zweite, in dieser Branche mindestens so häufige Weg ist der Quereinstieg aus Handel, Handwerk, Bank oder Handelsvertretung mit der Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann vor der Industrie- und Handelskammer und dem Ausbildungsprogramm des Versicherers. Für die Vermittlung ist die Erlaubnis nach § 34d GewO oder die Eintragung als gebundener Vertreter erforderlich, dazu die Weiterbildung von fünfzehn Stunden im Kalenderjahr. Aufbauend führen der Versicherungsfachwirt und der Versicherungsbetriebswirt weiter; für die Vorsorgeberatung kommen Fachlehrgänge zur betrieblichen Altersversorgung hinzu.
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