Fachberater im Vertrieb
Fachberater im Vertrieb sind Spezialisten für eine Sparte und unterstützen Vermittler und Agenturen bei Fällen, die über das Standardgeschäft hinausgehen.
17 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Fachberater im Vertrieb verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.300 € | 3.700 € | 4.200 € | 44.400 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.200 € | 4.800 € | 5.700 € | 57.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 5.400 € | 6.400 € | 8.000 € | 76.800 € |
Bei angestellten Fachberatern privater Versicherer bildet der Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe die Grundlage, häufig ergänzt um eine außertarifliche Zulage und eine variable Vergütung an der Zielgröße der Sparte. Wie hoch der variable Teil ist, hängt vom Haus, von der Sparte und vom zugeteilten Gebiet ab.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Haus zu Haus unterscheiden – im privaten Versicherungsgewerbe stehen sie im Tarifvertrag, bei den gesetzlichen Kassen im TVöD.
Das Berufsbild
Was macht ein Fachberater im Vertrieb?
Der Fachberater ist der Spezialist neben dem Generalisten. Während der Kundenberater in der Agentur den ganzen Bedarf abdeckt, verantwortet der Fachberater ein Gebiet in der Tiefe: betriebliche Altersversorgung, private Krankenvollversicherung, gewerbliche Sach- und Haftpflichtdeckungen, Kraftfahrtflotten oder Rechtsschutz für Selbstständige. Er wird hinzugezogen, wenn ein Fall über das Standardgeschäft hinausgeht, begleitet den Vermittler zum Kundengespräch, übernimmt darin den fachlichen Teil und rechnet Konzepte, für die die Agentursoftware nicht ausgelegt ist. Zwischen den Terminen prüft er Risiken mit dem Underwriting ab, holt Sondervereinbarungen ein, bereitet Vergleiche vor und schult die Vermittler seines Gebiets. In vielen Häusern gehört auch die Vertriebsarbeit an der eigenen Zielgröße dazu, gemessen an vermittelten Beiträgen der betreuten Sparte.
Wie wird man Fachberater im Vertrieb?
Der Weg führt fast immer über Jahre in derselben Sparte. Die Grundlage ist die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder ein wirtschaftliches Studium, darauf folgen Innendienst oder Vertrieb in dem Feld, das später betreut wird. Erst der Nachweis, dass man die Bedingungen und die Rechenwege beherrscht, führt in die Rolle. Fachlich erwartet werden je nach Gebiet der Versicherungsfachwirt, der Fachwirt für Versicherungen und Finanzen, ein Abschluss als betrieblicher Altersversorgungsspezialist oder eine vergleichbare Zusatzausbildung. Wer selbst vermittelt, braucht die Erlaubnis nach § 34d GewO oder die Eintragung als gebundener Vertreter; die IDD-Weiterbildungspflicht von fünfzehn Stunden im Kalenderjahr gilt in jedem Fall und ist bei dieser Rolle regelmäßig deutlich überschritten.
Was der Beruf verlangt
Zwei Fähigkeiten, die selten zusammen auftreten: fachliche Tiefe und die Bereitschaft, im Verkaufsgespräch zu sitzen. Der Fachberater muss Bedingungswerke und Steuerregeln beherrschen und dieselben Inhalte gegenüber einem Kunden verständlich machen, der die Sparte nicht kennt. Er arbeitet ohne eigene Weisungsbefugnis gegenüber den Vermittlern, die er unterstützt, und ist trotzdem an deren Ergebnissen gemessen. Der Terminkalender ist fremdbestimmt, weil die Vermittler die Termine setzen; Reisetätigkeit im zugeteilten Gebiet und Abendtermine gehören dazu. Die Rechtslage in den beratungsintensiven Sparten ändert sich fortlaufend, und ein Fehler in einer Zusage wirkt bei langlaufenden Verträgen jahrzehntelang nach.
Aussichten
Die Rolle gewinnt, weil das einfache Geschäft in Online-Strecken abwandert und übrig bleibt, was Erklärung braucht. Häuser, die ihren Ausschließlichkeitsvertrieb halten wollen, bauen die Spezialistenebene eher aus als ab. Entwicklungswege führen in die Leitung einer Fachberatergruppe, in die Vertriebsdirektion, in das Produktmanagement der betreuten Sparte oder in das Underwriting. Der Wechsel zu einem Makler oder Industrieversicherungsvermittler ist ein üblicher Schritt für die, die weniger Vertriebsdruck und mehr fachliche Arbeit suchen.
Aufgaben
- Vermittler und Agenturen in einer Sparte fachlich unterstützen
- Zu Kundenterminen begleiten und den fachlichen Teil führen
- Konzepte und Angebote für beratungsintensive Fälle rechnen
- Risiken mit dem Underwriting abstimmen und Sondervereinbarungen einholen
- Vermittler des Gebiets schulen und über Rechtsänderungen informieren
- Bedingungs- und Marktvergleiche für Ausschreibungen vorbereiten
- Die Zielgröße der betreuten Sparte im Gebiet nachhalten
Voraussetzungen
- Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder wirtschaftliches Studium
- Mehrjährige Erfahrung in der betreuten Sparte
- Fortbildung wie Versicherungsfachwirt oder eine Spezialistenqualifikation
- Erlaubnis nach § 34d GewO oder Eintragung als gebundener Vertreter, wenn selbst vermittelt wird
- IDD-Weiterbildung von fünfzehn Stunden im Kalenderjahr
- Sicheres Auftreten im Kundengespräch und Reisebereitschaft im Gebiet
Wo man arbeitet
- Vertriebsdirektion eines Erstversicherers
- Bezirksdirektion oder Geschäftsstelle
- Maklerbetreuung eines Versicherers
- Beim Kunden vor Ort
- Homeoffice zwischen den Terminen
Der Weg in den Beruf
Üblich ist die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder ein wirtschaftliches Studium, gefolgt von mehreren Jahren in der später betreuten Sparte. Darauf setzen der Versicherungsfachwirt, der Fachwirt für Versicherungen und Finanzen oder eine Spezialistenqualifikation etwa zur betrieblichen Altersversorgung auf. Wer selbst vermittelt, braucht die Erlaubnis nach § 34d GewO oder die Eintragung als gebundener Vertreter sowie die IDD-Weiterbildung.
Offene Stellen als Fachberater im Vertrieb
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- Monatsbrutto
- 3.600 – 8.500 €
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