Kundenberater im Innendienst
Kundenberater im Innendienst betreuen zugeordnete Kunden vom Schreibtisch aus: sie rechnen Angebote, ändern Verträge, klären Deckungsfragen und halten den Bestand ohne eigene Außentermine.
18 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kundenberater im Innendienst verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.900 € | 3.300 € | 3.700 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.500 € | 4.100 € | 4.900 € | 49.200 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.400 € | 5.200 € | 6.400 € | 62.400 € |
Im Innendienst der privaten Versicherer greift der Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe mit Gehaltsgruppen nach Tätigkeit und Berufsjahren; dazu kommen Sonderzahlungen und in vielen Häusern eine betriebliche Altersversorgung. Der variable Anteil ist deutlich kleiner als im Außendienst und meist an Ziele der Einheit gebunden. Maklerhäuser zahlen außertariflich, in der Spitze über Tarif, wenn Spezialkenntnisse in Financial Lines oder im internationalen Geschäft dazukommen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Haus zu Haus unterscheiden – im privaten Versicherungsgewerbe stehen sie im Tarifvertrag, bei den gesetzlichen Kassen im TVöD.
Das Berufsbild
Was macht ein Kundenberater im Innendienst?
Der Innendienst ist die Stelle, an der ein Versicherungsvertrag entsteht und über Jahre gepflegt wird. Anders als der Außendienst arbeitet der Kundenberater im Innendienst ohne eigene Termine beim Kunden: die Kontakte kommen über Telefon, Post und Portal, und der Arbeitstag folgt einer Warteschlange aus Anfragen, Anträgen und Fristen. Der Bestand ist zugeordnet, oft nach Postleitzahl, Vermittler oder Kundengruppe.
Die Arbeit beginnt bei der Anfrage. Ein Betrieb braucht eine höhere Deckungssumme, ein Fuhrpark bekommt drei Fahrzeuge dazu, eine Betriebsstätte kommt hinzu, ein Vertrag läuft aus. Daraus werden Risikofragen, ein Prämienvorschlag und ein Nachtrag. Bei größeren Risiken stimmt der Innendienst sich mit dem Underwriting ab, holt Zeichnungsgenehmigungen ein und dokumentiert die Entscheidung. Im Bestand dieses Portals reicht der Zuschnitt von Kraftfahrt und Komposit für Gewerbe und Industrie über Kredit- und Gewerbeversicherungen bis zur Wohnungswirtschaft und zum internationalen Programmgeschäft.
Dazu kommt die laufende Bestandsarbeit: Beitragsanpassungen erklären, Mahnläufe und Rücktritte bearbeiten, Kündigungen prüfen, Schäden an die Regulierung übergeben und den Vermittler informieren, dem der Kunde zugeordnet ist. Beratung und Empfehlung sind nach dem Versicherungsvertragsgesetz zu dokumentieren, und die Dokumentation entsteht hier, nicht im Auto.
Wie wird man Kundenberater im Innendienst?
Der Regelweg ist die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, häufig direkt im Innendienst eines Versicherers oder Maklerhauses. Ebenso verbreitet ist der Wechsel aus der Antrags- oder Schadenbearbeitung, weil dort die Systeme und die Sparte schon bekannt sind. Quereinsteiger aus kaufmännischen Berufen kommen über die Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann und die hauseigenen Fachlehrgänge hinein.
Wer im Innendienst nicht selbst vermittelt, sondern für einen Versicherer arbeitet, braucht keine eigene Erlaubnis nach der Gewerbeordnung; im Maklerhaus gehört die Weiterbildung von fünfzehn Stunden im Kalenderjahr nach der Versicherungsvertriebsrichtlinie dazu. Aufbauend führen der Versicherungsfachwirt und der Versicherungsbetriebswirt weiter, für einzelne Sparten die Fachlehrgänge der Deutschen Versicherungsakademie.
Was der Beruf verlangt
Genauigkeit im Detail und Ausdauer bei vielen kleinen Vorgängen am Tag. Ein falsch erfasster Selbstbehalt fällt erst im Schadenfall auf, und dann ist er teuer. Verlangt wird außerdem die Fähigkeit, am Telefon eine Deckungsfrage verständlich zu erklären, ohne den Vertragstext vorzulesen. Die Arbeitszeit ist geregelt und liegt in der Servicezeit des Hauses; Reisen fallen kaum an, mobiles Arbeiten ist in dieser Branche verbreitet.
Aussichten
Der Innendienst ist der größte Arbeitsbereich der Assekuranz und gleichzeitig der, in dem Bearbeitungsstrecken automatisiert werden. Standardnachträge laufen zunehmend ohne Eingriff durch, während die Fälle, die auf dem Tisch bleiben, anspruchsvoller werden. Damit verschiebt sich das Anforderungsprofil zur Beratung und zur Spartenkenntnis. Wege nach oben führen in die Gruppen- und Teamleitung, ins Underwriting, in die Maklerbetreuung oder in den Außendienst.
Aufgaben
- Zugeordnete Kunden und Vermittler telefonisch und schriftlich betreuen
- Angebote rechnen, Deckungssummen und Selbstbehalte abstimmen
- Anträge und Nachträge erfassen und Vertragsänderungen umsetzen
- Risiken innerhalb der Zeichnungsvollmacht bewerten, darüber hinaus abstimmen
- Beitragsanpassungen, Mahnungen und Kündigungen bearbeiten
- Schadenmeldungen aufnehmen und an die Regulierung übergeben
- Beratung und Empfehlung nachvollziehbar dokumentieren
Voraussetzungen
- Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder vergleichbare kaufmännische Ausbildung
- Kenntnisse in mindestens einer Sparte der Komposit- oder Personenversicherung
- Sicherer Umgang mit Bestandsführungs- und Angebotssystemen
- Genauigkeit bei Deckungssummen, Selbstbehalten und Fristen
- Verständliche Ausdrucksweise am Telefon und im Schriftverkehr
- Bereitschaft zur jährlichen Weiterbildung nach der Versicherungsvertriebsrichtlinie
Wo man arbeitet
- Innendienst eines Erstversicherers
- Kundenservicezentrum oder Servicecenter eines Versicherers
- Bezirks- oder Regionaldirektion
- Versicherungsmakler mit eigener Bestandsbetreuung
- Assekuradeur oder Versicherungsvertrieb eines Konzerns
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, oft unmittelbar im Innendienst. Ein zweiter, in dieser Branche häufiger Weg führt aus der Antrags- oder Schadenbearbeitung in die Kundenberatung, weil dort Systeme und Sparte bereits vertraut sind. Quereinsteiger aus kaufmännischen Berufen legen die Sachkundeprüfung zum Versicherungsfachmann ab und durchlaufen die Fachlehrgänge des Hauses. Wer für einen Versicherer und nicht auf eigene Rechnung vermittelt, braucht keine eigene Erlaubnis nach § 34d GewO; im Maklerhaus kommt die Weiterbildung von fünfzehn Stunden im Kalenderjahr hinzu. Weiterführend stehen der Versicherungsfachwirt, der Versicherungsbetriebswirt und die Spartenlehrgänge der Deutschen Versicherungsakademie offen.
Offene Stellen als Kundenberater im Innendienst
In der Suche fortsetzenKundenberater Versicherung für Industrie und Gewerbe im Innendienst (m/w/d)
Kundenberater Kfz-Versicherung für Industrie und Gewerbe im Innendienst (m/w/d)
Kundenberater Versicherung für Industrie und Gewerbe im Innendienst (m/w/d)
Kundenberater Versicherung für Industrie und Gewerbe im Innendienst (m/w/d)
Kundenberater Kfz-Versicherung für Industrie und Gewerbe im Innendienst (m/w/d)
Kundenberater Versicherung Vorsorgemanagement im Innendienst (m/w/d)
Kundenberater Versicherung für Industrie und Gewerbe im Innendienst (m/w/d)
Verwandte Berufe
Fachbetreuer
Fachbetreuer verantworten in einem Maklerhaus oder bei einem Assekuradeur eine Sparte; sie schreiben Risiken am Markt aus, vergleichen Bedingungen und führen die Verträge.
- Offene Stellen
- 23
- Monatsbrutto
- 3.100 – 7.500 €
Kundenberater im Außendienst
Kundenberater im Außendienst betreuen einen zugeordneten Bestand oder ein Gebiet vor Ort, nehmen den Bedarf im Gespräch auf, vermitteln Verträge und begleiten ihre Kunden im Schadenfall.
- Offene Stellen
- 7
- Monatsbrutto
- 2.900 – 8.000 €
Kundenbetreuer im Innendienst
Kundenbetreuer im Innendienst halten einen zugeordneten Kundenkreis vom Schreibtisch aus: sie bearbeiten Anfragen und Nachträge, rechnen Angebote und begleiten Verträge über die Laufzeit.
- Offene Stellen
- 4
- Monatsbrutto
- 2.900 – 6.600 €
Sachbearbeiter
Sachbearbeiter in der Versicherungswirtschaft bearbeiten Anträge, Verträge, Leistungen und Schäden nach Bedingungswerk und Vollmacht und sind für ihre Fälle die verantwortliche Stelle im Haus.
- Offene Stellen
- 15
- Monatsbrutto
- 2.700 – 5.900 €
Underwriter
Underwriter entscheiden, ob ein Risiko gezeichnet wird, zu welchen Bedingungen und zu welchem Preis. Sie verantworten damit die Qualität eines Portefeuilles.
- Offene Stellen
- 13
- Monatsbrutto
- 3.600 – 8.500 €
Passend dazu im Ratgeber
- Betriebliches Eingliederungsmanagement: das BEM in der Praxis Nach sechs Wochen Arbeitsunfähigkeit im Jahr muss der Arbeitgeber ein BEM anbieten – allen...
- Homeoffice: wer Ausstattung und Kosten trägt Schreibtisch, Stuhl, Monitor, Strom – im Homeoffice hängt die Kostenfrage an drei Punkten,...
- Homeoffice einrichten: Recht, Raum und Ausstattung Telearbeitsplatz und mobiles Arbeiten sind rechtlich zwei verschiedene Dinge. Was der Arbe...