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Vertrieb & Kundenberatung

Firmenkundenberater Vorsorge

Firmenkundenberater Vorsorge beraten Unternehmen zur betrieblichen Altersversorgung und zu weiteren Personalabsicherungen, von der Entgeltumwandlung bis zur Gruppenversicherung.

10 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Firmenkundenberater Vorsorge verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.000 € 4.600 € 48.000 €
Mit Berufserfahrung 4.600 € 5.400 € 6.500 € 64.800 €
Mit langjähriger Erfahrung 6.000 € 7.200 € 9.500 € 86.400 €

Bei angestellten Beratern privater Versicherer bildet der Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe die Grundlage, meist überlagert von einer außertariflichen Einstufung und einem variablen Anteil an vermitteltem Beitrag. Entscheidend sind Größe der betreuten Firmenkunden, Region und ob im Konzernvertrieb oder für einen Makler ohne Tarifbindung gearbeitet wird.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Haus zu Haus unterscheiden – im privaten Versicherungsgewerbe stehen sie im Tarifvertrag, bei den gesetzlichen Kassen im TVöD.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Firmenkundenberater Vorsorge?

Beraten wird nicht der einzelne Sparer, sondern der Arbeitgeber. Ein Unternehmen muss seinen Beschäftigten die Entgeltumwandlung ermöglichen, will Fachkräfte mit einer arbeitgeberfinanzierten Zusage halten oder hat eine alte Versorgungsordnung, die niemand mehr versteht. Der Firmenkundenberater Vorsorge nimmt die Ausgangslage auf, prüft bestehende Zusagen und Versorgungswerke, wählt unter den fünf Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung aus, rechnet Modelle und begleitet die Einführung bis zur Versorgungsordnung und zu den Mitarbeiterinformationen. Dazu kommen Gruppenunfall- und Krankenversicherung, Zeitwertkonten, Berufsunfähigkeit für Belegschaften und die Absicherung von Geschäftsführern. Ein großer Teil der Arbeit ist Abstimmung: mit der Personalabteilung, mit dem Steuerberater des Kunden, mit dem Betriebsrat und mit dem eigenen Haus, wenn Sonderkonditionen für ein Kollektiv gebraucht werden. Vertragsbestände in der Betreuung sind langlebig, und Bestandsarbeit macht daher den zweiten großen Block aus.

Wie wird man Firmenkundenberater Vorsorge?

Über Erfahrung, nicht über einen einzelnen Abschluss. Die Grundlage ist die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder ein wirtschaftliches oder juristisches Studium, gefolgt von Jahren in Lebensversicherung, betrieblicher Altersversorgung oder Firmenkundengeschäft. Erwartet werden der Versicherungsfachwirt oder Fachwirt für Versicherungen und Finanzen und eine Spezialistenausbildung zur betrieblichen Altersversorgung, wie sie Bildungswerke der Branche und Hochschulen anbieten. Nötig sind Kenntnisse im Betriebsrentengesetz, im Arbeits-, Steuer- und Sozialversicherungsrecht der Versorgungswege. Wer vermittelt, braucht die Erlaubnis nach § 34d GewO oder die Eintragung als gebundener Vertreter, dazu die IDD-Weiterbildung von fünfzehn Stunden im Kalenderjahr.

Was der Beruf verlangt

Rechtliche Sorgfalt in einem Feld, in dem Fehler spät und teuer auffallen. Eine falsch aufgesetzte Zusage haftet dem Arbeitgeber jahrzehntelang an, und der Berater steht in der Beratungsdokumentation. Die Materie ist unter den Vorsorgethemen die anspruchsvollste, weil Arbeitsrecht, Steuerrecht und Versicherungstechnik zusammenkommen und sich alle drei ändern. Verkaufszyklen sind lang: Von der ersten Ansprache bis zur eingeführten Versorgungsordnung vergehen oft Monate, in denen kein Abschluss zählt, während die Zielvereinbarung weiterläuft. Der Berater muss auf Augenhöhe mit Geschäftsführern, Personalleitern und Steuerberatern sprechen und Widerstand aus der Belegschaft aushalten, wenn Entgeltumwandlung als Lohnverzicht wahrgenommen wird. Reisetätigkeit und Termine beim Kunden gehören dazu.

Aussichten

Die Nachfrage ist gut und dürfte es bleiben. Das Niveau der gesetzlichen Rente sinkt, die Pflicht des Arbeitgebers zur Bezuschussung der Entgeltumwandlung besteht, und viele mittelständische Versorgungswerke sind sanierungsbedürftig. Niedrige Verbreitungsquoten in kleinen Betrieben sind ein offener Markt, der allerdings mit hohem Beratungsaufwand pro Vertrag erkauft wird. Entwicklungswege führen in die Leitung einer Vorsorgeeinheit, in das Firmenkundengeschäft in ganzer Breite, in die Produktentwicklung oder zu einem Makler mit Schwerpunkt betriebliche Versorgung, wo die Arbeit unabhängiger und der Wettbewerb härter ist.

Aufgaben

  • Arbeitgeber zu betrieblicher Altersversorgung und Personalabsicherung beraten
  • Bestehende Versorgungszusagen und Versorgungswerke prüfen
  • Durchführungswege vergleichen und Modelle rechnen
  • Versorgungsordnungen und Mitarbeiterinformationen vorbereiten
  • Belegschaftsversammlungen und Einzelgespräche im Betrieb halten
  • Mit Personalabteilung, Steuerberater und Betriebsrat abstimmen
  • Kollektivkonditionen im eigenen Haus abstimmen
  • Bestehende Firmenverträge betreuen und anpassen

Voraussetzungen

  • Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder wirtschaftliches bis juristisches Studium
  • Mehrjährige Erfahrung in Lebensversicherung oder betrieblicher Altersversorgung
  • Kenntnisse im Betriebsrentengesetz sowie im Arbeits-, Steuer- und Sozialversicherungsrecht
  • Spezialistenqualifikation zur betrieblichen Altersversorgung
  • Erlaubnis nach § 34d GewO oder Eintragung als gebundener Vertreter
  • IDD-Weiterbildung von fünfzehn Stunden im Kalenderjahr
  • Sicheres Auftreten gegenüber Geschäftsführung und Personalleitung

Wo man arbeitet

  • Firmenkundenvertrieb eines Erstversicherers
  • Maklerhaus mit Schwerpunkt betriebliche Versorgung
  • Pensionskasse oder Versorgungswerk
  • Beim Firmenkunden vor Ort
  • Homeoffice für Berechnungen und Dokumentation

Der Weg in den Beruf

Üblich sind die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder ein wirtschaftliches beziehungsweise juristisches Studium, danach mehrere Jahre in Lebensversicherung oder betrieblicher Altersversorgung. Darauf setzen der Versicherungsfachwirt und eine Spezialistenausbildung zur betrieblichen Altersversorgung auf. Für die Vermittlung sind die Erlaubnis nach § 34d GewO oder der Status als gebundener Vertreter und die IDD-Weiterbildung erforderlich.

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