Fachbetreuer
Fachbetreuer verantworten in einem Maklerhaus oder bei einem Assekuradeur eine Sparte; sie schreiben Risiken am Markt aus, vergleichen Bedingungen und führen die Verträge.
- Offene Stellen
- 23
- Monatsbrutto
- 3.100 – 7.500 €
Fachbetreuer Haftpflichtversicherungen verantworten Haftpflichtverträge fachlich: Risikoerfassung, Deckungskonzepte, Vertragsgestaltung und die Begleitung strittiger Schäden.
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| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.300 € | 3.700 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.800 € | 4.300 € | 4.900 € | 51.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.800 € | 5.400 € | 6.500 € | 64.800 € |
Ausschlaggebend sind die Größe der betreuten Risiken und die Art des Hauses: Industriemakler und Industrieversicherer zahlen deutlich über der Gewerbebetreuung eines Regionalversicherers. Bei tarifgebundenen Erstversicherern gilt der Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe mit dreizehntem Monatsgehalt, bei Maklern wird frei verhandelt.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Haus zu Haus unterscheiden – im privaten Versicherungsgewerbe stehen sie im Tarifvertrag, bei den gesetzlichen Kassen im TVöD.
Der Fachbetreuer Haftpflichtversicherungen ist der Spartenspezialist für eines der schwierigsten Gebiete der Assekuranz. Haftpflicht deckt nicht einen eigenen Schaden, sondern die gesetzliche Verpflichtung, einem Dritten Schadensersatz zu leisten. Das macht jeden Vertrag zu einer Frage des Haftungsrechts und jede Schadenmeldung zu einer Prüfung, ob überhaupt gehaftet wird.
Das Gebiet reicht von der Betriebs- und Berufshaftpflicht über die Produkthaftpflicht mit ihren erweiterten Deckungsbausteinen, die Umwelthaftpflicht und die Umweltschadenversicherung, die Vermögensschadenhaftpflicht freier Berufe, die Bauherren- und Bauhaftpflicht bis zur Organhaftung. Der Fachbetreuer erfasst die Tätigkeit eines Unternehmens genau, wählt Deckungssummen und Serienschadenklauseln, formuliert Sonderbedingungen, grenzt Ausschlüsse ab und prüft die Passung zwischen mehreren Verträgen, damit keine Deckungslücke zwischen Betriebs-, Produkt- und Umwelthaftpflicht entsteht. Er verhandelt mit Versicherern oder, auf Seiten des Versicherers, mit Maklern über Wortlaut und Prämie.
Im Schadenfall beginnt der zweite Teil der Arbeit. Es wird geprüft, ob ein Anspruch besteht, ob er der Höhe nach berechtigt ist und ob Deckung greift. Unbegründete Ansprüche werden abgewehrt, begründete befriedigt; hinzu kommt die Frage des Regresses, für den das VVG in § 86 den Übergang der Ersatzansprüche auf den Versicherer regelt. Streitige Fälle laufen über Jahre und werden mit Anwälten und Sachverständigen bearbeitet.
Der häufigste Weg beginnt mit der dreijährigen dualen Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, gefolgt von mehreren Jahren in der Haftpflichtsparte, meist im Betrieb oder in der Schadenregulierung. Darauf baut die Aufstiegsfortbildung zum Versicherungsfachwirt oder zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen auf, teils der Versicherungsbetriebswirt. Ein zweiter Weg führt über ein Studium der Rechtswissenschaft oder der Versicherungswirtschaft mit anschließender Einarbeitung im Haus. Juristische Kenntnisse im Delikts- und Vertragsrecht sind in dieser Sparte der eigentliche Schlüssel. Angestellte benötigen keine eigene Erlaubnis nach § 34d GewO; wer in einem Maklerhaus berät, unterliegt der IDD-Weiterbildungspflicht von fünfzehn Stunden im Kalenderjahr.
Haftpflicht ist die Sparte mit den längsten Nachwirkungen. Ein Vertrag, der heute unterzeichnet wird, kann in fünfzehn Jahren einen Schaden aus einem Produkt betreffen, das längst vom Markt ist. Fehler in der Formulierung fallen entsprechend spät und dann teuer auf. Die Arbeit verlangt Genauigkeit im Wortlaut, Ausdauer bei langen Verfahren und die Fähigkeit, einem Kunden zu erklären, warum sein Vertrag einen Anspruch nicht deckt. Erneuerungsphasen und Bilanzstichtage bringen Belastungsspitzen. Die Regulierungsdichte ist hoch: Beratungsdokumentation, Vollmachtsgrenzen und Vorgaben aus Solvency II bestimmen, was ohne Vorlage entschieden werden darf.
Die Nachfrage ist gut, weil Haftungsrisiken zunehmen und die Sparte sich schlecht automatisieren lässt. Neue Felder wie Cyber, Lieferkettenpflichten und Organhaftung erweitern das Gebiet. Entwicklungswege führen zum Underwriting größerer Risiken, in die Leitung einer Fachabteilung, in die Schadenleitung oder zu einem Industriemakler.
Üblich ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit anschließend mehreren Jahren im Haftpflichtbetrieb oder in der Schadenregulierung, ergänzt um den Versicherungsfachwirt (IHK) oder den Fachwirt für Versicherungen und Finanzen. Ein zweiter Weg führt über ein Studium der Rechtswissenschaft oder der Versicherungswirtschaft mit Einarbeitung im Haus. Bis zur eigenverantwortlichen Betreuung größerer Industriehaftpflichtprogramme vergehen in der Regel fünf bis acht Berufsjahre.
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Fachbetreuer verantworten in einem Maklerhaus oder bei einem Assekuradeur eine Sparte; sie schreiben Risiken am Markt aus, vergleichen Bedingungen und führen die Verträge.
Underwriter entscheiden, ob ein Risiko gezeichnet wird, zu welchen Bedingungen und zu welchem Preis. Sie verantworten damit die Qualität eines Portefeuilles.
Versicherungsmakler vermitteln und betreuen Versicherungsverträge im Auftrag des Kunden, nicht des Versicherers, und haften für ihre Beratung.
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