Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen
Kaufleute für Versicherungen und Finanzanlagen bearbeiten Anträge, Verträge und Schäden oder beraten Kunden zu Vorsorge und Absicherung. Der Beruf ist der Kernausbildungsberuf der Assekuranz.
61 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.000 € | 3.300 € | 3.600 € | 39.600 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.600 € | 4.000 € | 4.600 € | 48.000 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.500 € | 5.100 € | 6.000 € | 61.200 € |
Im Innendienst der privaten Versicherer richtet sich die Vergütung nach dem Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe mit seinen Gehaltsgruppen und dem dreizehnten Monatsgehalt; die Eingruppierung folgt der Schwierigkeit der Tätigkeit. Bei Maklern und Assekuradeuren wird frei verhandelt, im Außendienst und in der Agentur kommt ein Provisionsanteil hinzu, der bei früher Stornierung wieder abzuführen ist.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Haus zu Haus unterscheiden – im privaten Versicherungsgewerbe stehen sie im Tarifvertrag, bei den gesetzlichen Kassen im TVöD.
Das Berufsbild
Was macht ein Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen?
Der Beruf zerfällt in zwei Richtungen, die dieselbe Ausbildung teilen. Im Innendienst eines Versicherers wird der Vertrag von der Antragsprüfung bis zur Beendigung geführt: Risiken werden erfasst und eingeschätzt, Beiträge berechnet, Nachträge und Vertragsänderungen bearbeitet, Kündigungen und Mahnläufe abgewickelt. In der Schadenabteilung kommen Deckungsprüfung, Ermittlung der Schadenhöhe, Abstimmung mit Sachverständigen und Werkstätten sowie die Prüfung von Regressansprüchen dazu. Der Zuschnitt folgt der Sparte: Kraftfahrt, Sach, Haftpflicht, Unfall, Rechtsschutz, Transport, Leben oder Kranken sind je eigene Welten mit eigenen Bedingungswerken. Im Außendienst und in der Agentur steht dagegen die Beratung im Mittelpunkt: Bedarf aufnehmen, Angebote rechnen, Verträge vermitteln, Bestände betreuen und im Schadenfall begleiten. Für den vermittelnden Teil gelten Beratungs- und Dokumentationspflichten nach dem Versicherungsvertragsgesetz.
Wie wird man Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen?
Über die dreijährige duale Ausbildung, die seit 2022 amtlich Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen heißt; davor lautete die Bezeichnung Kaufmann für Versicherungen und Finanzen, noch früher Versicherungskaufmann. Ausgebildet wird in einer der beiden Fachrichtungen Versicherung oder Finanzberatung, geprüft wird vor der Industrie- und Handelskammer. Bei guten Leistungen oder mit Abitur ist eine Verkürzung möglich. Aufstiegsfortbildungen sind der Versicherungsfachwirt und der Fachwirt für Versicherungen und Finanzen, darüber der Versicherungsbetriebswirt. Ein duales Studium an einer Berufsakademie oder an der Hochschule der Deutschen Versicherungswirtschaft ist der zweite gängige Einstieg. Quereinsteiger aus Handel und Banken kommen über die Sachkundeprüfung und interne Fachlehrgänge hinein.
Was der Beruf verlangt
Genauigkeit und die Bereitschaft, Bedingungswerke wirklich zu lesen. Ein Wort im Klauselwerk entscheidet, ob ein Schaden gedeckt ist, und die Entscheidung ist gegenüber Kunde, Vermittler und Revision zu begründen. Die Arbeit im Innendienst ist getaktet und wird gemessen: Bearbeitungszeiten, Rückstände, Erreichbarkeit im Servicecenter. Standardvorgänge wandern in die Dunkelverarbeitung, was einfache Arbeit abbaut und die verbleibenden Fälle schwieriger macht. In der Sachbearbeitung ist die Fluktuation spürbar, besonders in Servicecentern mit hohem Telefonanteil. Im Außendienst prägt dagegen der Abschlussdruck den Alltag, und ein Teil des Einkommens hängt an Provision, die bei früher Stornierung zurückzuzahlen ist.
Aussichten
Die Assekuranz bildet weiter in hoher Zahl aus und sucht Nachwuchs, weil ganze Jahrgänge in den Ruhestand gehen. Zugleich sinkt die Zahl einfacher Sachbearbeitungsstellen. Wer bleiben und aufsteigen will, spezialisiert sich: gewerbliche Haftpflicht, betriebliche Altersversorgung, Kraftfahrtschaden mit Personenschadenanteil, Underwriting, Produktentwicklung, Vertriebssteuerung. Der Fachwirt ist dabei die übliche Schwelle zur Fachreferenten- oder Teamleiterstelle. Der Wechsel zwischen Erstversicherer, Makler und Assekuradeur ist gängig, ebenso der Weg in die Selbstständigkeit als Vermittler.
Aufgaben
- Anträge prüfen, Risiken einschätzen und Verträge policieren
- Vertragsänderungen, Nachträge und Kündigungen bearbeiten
- Beiträge berechnen und Mahn- sowie Inkassoläufe begleiten
- Schäden aufnehmen, Deckung prüfen und Schadenhöhe ermitteln
- Kunden und Vermittler telefonisch und schriftlich beraten
- Bedarf aufnehmen, Angebote rechnen und Beratung dokumentieren
- Bestände betreuen und Verträge an veränderte Risiken anpassen
Voraussetzungen
- Abgeschlossene Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder vergleichbare Qualifikation
- Kenntnisse der Spartenbedingungen sowie der Grundzüge von VVG und VAG
- Sicherer Umgang mit Bestands- und Schadensystemen
- Sorgfalt bei Fristen, Vollmachten und Dokumentation
- Für vermittelnde Tätigkeiten die Erlaubnis nach § 34d GewO oder die Eintragung als gebundener Vertreter
- IDD-Weiterbildung von fünfzehn Stunden im Kalenderjahr
Wo man arbeitet
- Erstversicherer im Innendienst
- Generalagentur oder Geschäftsstelle im Ausschließlichkeitsvertrieb
- Maklerbüro
- Assekuradeur
- Servicecenter eines Versicherers
- Homeoffice im hybriden Innendienst
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen in der Fachrichtung Versicherung oder Finanzberatung mit Abschluss vor der Industrie- und Handelskammer. Darauf bauen der Versicherungsfachwirt und der Versicherungsbetriebswirt auf; alternativ führt ein duales Studium an einer Berufsakademie in denselben Beruf. Wer vermittelt, braucht zusätzlich die Erlaubnis nach § 34d GewO oder die Eintragung als gebundener Vertreter und muss die IDD-Weiterbildungspflicht erfüllen.
Offene Stellen als Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen
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