Was hier gearbeitet wird
Dieser Bereich umfasst die Träger der gesetzlichen Sozialversicherung: die Krankenkassen von der AOK über die Ersatzkassen bis zu den Betriebs- und Innungskrankenkassen, dazu Pflegekassen, Rentenversicherung, Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Sie sind Körperschaften des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung, und das prägt jede Stelle in ihnen.
Die häufigsten Rollen sind der Versichertenservice und die Leistungssachbearbeitung: Anträge prüfen, Bescheide erstellen und begründen, Krankengeld berechnen, Hilfsmittel und Rehabilitationsleistungen bewilligen, Widersprüche bearbeiten. Daneben stehen der Beitragsbereich mit Meldeverfahren und Betriebsprüfungen, die Firmenkundenbetreuung, Prävention und Gesundheitsförderung, Pflegeberatung sowie die Verwaltung mit IT, Personal und Controlling.
Gearbeitet wird nicht mit Bedingungswerken, sondern mit Gesetz: das SGB V für die Krankenversicherung, dazu die Bücher zu Pflege, Rente, Unfall und Rehabilitation und das Verwaltungsverfahren, das für alle gilt.
Der Weg hinein
Der eigene Ausbildungsberuf dieses Bereichs ist der Sozialversicherungsfachangestellte, die Sozialversicherungsfachangestellte. Die Ausbildung dauert drei Jahre, wird von den Trägern selbst durchgeführt und gliedert sich in Fachrichtungen – allgemeine Krankenversicherung, gesetzliche Renten-, Unfall- und knappschaftliche Versicherung. Daneben bilden viele Häuser Kaufleute im Gesundheitswesen aus und bieten duale Studiengänge an, die in die gehobene Sachbearbeitung führen.
Auf die Ausbildung setzen die Fortbildungen zum Fachwirt auf. Ein Wechsel aus der privaten Assekuranz ist möglich und kommt vor; unterschätzen Sie den Aufwand nicht, denn Sozialrecht ist ein anderes Fach als Vertragsrecht und wird auch anders angewendet. Quereinstieg beschreibt, wie sich vorhandene Erfahrung darstellen lässt.
Wie die Arbeit aussieht
Der große Unterschied zur privaten Assekuranz ist die Vergütung. Beschäftigt wird nach eigenen Tarifverträgen mit festen Entgeltgruppen und Stufen, dazu kommt eine betriebliche Zusatzversorgung. Es gibt keine Provision und wenig Verhandlungsspielraum – dafür steht vor der Unterschrift fest, was Sie in fünf Jahren verdienen. Wie sich eine solche Abrechnung liest, erklärt Lohnabrechnung verstehen.
Die Kehrseite ist die Bindung an Verfahren. Fristen, Formvorschriften, Begründungspflichten, und über allem die Möglichkeit, dass Ihre Entscheidung im Widerspruchsverfahren oder vor dem Sozialgericht überprüft wird. Der Publikumskontakt ist unmittelbar: Sie sprechen mit Menschen, für die es um Krankengeld, Rente oder eine abgelehnte Leistung geht, und der Ton ist nicht immer freundlich. Teilzeit ist verbreitet, Homeoffice inzwischen üblich, die Arbeitszeiten sind planbarer als in vielen anderen Feldern dieses Portals.
Worauf in der Anzeige zu achten ist
Sehen Sie zuerst nach, welcher Träger ausschreibt – eine Krankenkasse, eine Berufsgenossenschaft und die Rentenversicherung arbeiten mit verschiedenen Gesetzbüchern und verschiedenen Berufsbildern.
Achten Sie auf die genannte Entgeltgruppe: Sie steht in vielen Anzeigen dieses Bereichs und sagt mehr über die Stelle als jede Aufgabenbeschreibung. Prüfen Sie, ob die Stelle unbefristet ist; Projekt- und Vertretungsstellen sind hier häufiger als der gute Ruf des öffentlichen Dienstes vermuten lässt. Und klären Sie, ob es sich um Beratung im Service oder um Sachbearbeitung im Hintergrund handelt.
Vor der Bewerbung
Bewerbungsverfahren laufen hier formeller ab als in der privaten Wirtschaft, oft über ein Portal und mit festen Fristen. Halten Sie Zeugnisse und Nachweise vollständig bereit; für den Aufbau hilft Der Lebenslauf, für das Gespräch Vorstellungsgespräch vorbereiten.