Bildschirm, Tastatur und Maus sind die drei Geräte, mit denen ein Mensch an einem Bildschirmarbeitsplatz den ganzen Tag umgeht. Sie sind billiger als Tisch und Stuhl und werden trotzdem seltener nach Eignung ausgesucht, weil sie im Zweifel schon da sind. Dieser Text beschreibt, welche Eigenschaften bei den dreien zählen und welche nur auf dem Karton stehen.
Wie die Geräte auf dem Tisch anzuordnen sind und in welcher Reihenfolge ein Arbeitsplatz eingestellt wird, behandelt Bildschirmarbeitsplatz einrichten. Hier geht es um die Auswahl.
Der Bildschirm: Größe bestimmt den Abstand
Größe und Auflösung entscheiden über den Sehabstand, nicht umgekehrt. Ein größerer Bildschirm rückt weiter weg, damit die Ränder noch im Blickfeld liegen; ein zu nah stehendes großes Gerät zwingt zu ständigen Kopfbewegungen. Umgekehrt heißt das: Wenn auf dem Tisch nur 60 Zentimeter Tiefe zur Verfügung stehen, ist ein 32-Zoll-Gerät die falsche Anschaffung, auch wenn es im Angebot war. Welche Tischtiefe welchen Abstand erlaubt, steht in Schreibtisch: Maße und Beinraum.
Die Auflösung entscheidet mit, weil sie bestimmt, wie klein die Schrift bei gleicher Fläche wird. Ein hochauflösendes Gerät ist nur dann ein Gewinn, wenn die Darstellung anschließend vergrößert wird. Wer sie klein lässt, um mehr unterzubringen, hat sich für kleinere Schrift bei gleichem Abstand entschieden – und wird sich nach vorn beugen.
Matt, verstellbar, blendfrei
Eine matte Oberfläche schlägt eine spiegelnde in jedem Raum, in dem Licht ist. Glänzende Panels zeigen bei dunklen Bildinhalten das Fenster, die Deckenleuchte und den eigenen Kopf, und das Auge stellt sich fortwährend auf zwei Entfernungen ein.
Die Arbeitsstättenverordnung wird an dieser Stelle deutlicher als sonst. Ihr Anhang, Nummer 6, verlangt, dass das Bildschirmgerät frei von störenden Reflexionen und Blendungen ist und sich leicht drehen und neigen lässt. Zentimeter für die Höhe nennt sie nicht, aber sie verlangt eine ergonomisch günstige Haltung, und die ist bei einem Bildschirm, dessen Höhe sich nicht ändern lässt, für die meisten Menschen nicht einzustellen. Verstellbarkeit ist deshalb ein Pflichtmerkmal und kein Komfortzubehör. Wo der Fuß nicht genügend Weg hergibt, ist ein Monitorarm die Lösung.
Helligkeit und Kontrast müssen sich einfach einstellen lassen – auch das steht so in der Verordnung. Die Werksvoreinstellung ist für den Verkaufsraum gemacht und in einem Büro fast immer zu hell. Was das für Beschwerden an den Augen bedeutet und wann eine Untersuchung angeboten wird, behandelt Augen und Bildschirmarbeit.
Zwei Bildschirme
Zwei Geräte sind sinnvoll, wenn zwei Dinge gleichzeitig sichtbar sein müssen. In der Sachbearbeitung ist das der Normalfall und keine Sonderausstattung: das Bestandsführungssystem auf der einen Seite, der eingescannte Vorgang, das Bedingungswerk oder das Gutachten auf der anderen. Wer beides auf einem Bildschirm unterbringen muss, schaltet den ganzen Tag hin und her. Die Aufstellung entscheidet aber darüber, ob zwei Geräte helfen oder schaden.
Wer überwiegend an einem Gerät arbeitet, stellt dieses mittig vor den Körper und das zweite seitlich daneben, leicht angewinkelt. Zwei gleich große Geräte symmetrisch nebeneinander sind nur dann richtig, wenn beide gleich viel genutzt werden – sonst liegt die Mitte des Blickfelds in der Lücke zwischen den Gehäusen, und der Kopf steht dauerhaft leicht gedreht. Das fällt einzeln nicht auf und summiert sich über Monate.
Ein zweites Gerät ersetzt außerdem keine Tischtiefe. Beide Bildschirme brauchen denselben Sehabstand, und zwei nebeneinander stehende Geräte erzwingen ihn eher noch größer.
Die Tastatur
Die Tastatur muss vom Bildschirm getrennt und neigbar sein; das verlangt die Arbeitsstättenverordnung sinngemäß, und es ist der Grund, warum die Arbeit am reinen Notebook auf Dauer nicht funktioniert.
Flach ist besser als hoch. Je höher die Tastatur baut, desto stärker knicken die Handgelenke nach oben ab. Die ausklappbaren Füße auf der Rückseite verstärken genau das; sie helfen beim Ablesen der Beschriftung und schaden der Haltung. Wer die Tasten auswendig trifft, lässt sie eingeklappt.
Während des Tippens liegen die Handballen nicht auf. Sie liegen in den Pausen auf, und dafür genügt die Tischfläche vor der Tastatur; eine Handballenauflage ist eine Ablage und keine Stütze für die Bewegung. Wer beim Tippen aufliegt, dreht aus dem Handgelenk statt aus dem Arm.
Ein Zahlenblock gehört an die Tastatur, wenn Zahlen erfasst werden, und sonst nicht. Er verbreitert das Gerät um mehrere Zentimeter und schiebt die Maus nach außen – und mit ihr den ganzen Arm, den ganzen Tag. Tastaturen ohne Zahlenblock sind aus diesem Grund verbreitet, nicht weil sie moderner aussehen.
Die Maus
Die Maus wird nach der Hand ausgesucht, nicht nach der Zahl der Tasten. Sie soll die Handfläche tragen, ohne dass die Finger sich krümmen müssen; zu kleine Geräte werden mit den Fingerspitzen gehalten, und das ist auf Dauer anstrengender, als es aussieht.
Der zweite Punkt ist der Auflagepunkt. Die Maus liegt unmittelbar neben der Tastatur, auf derselben Höhe, nah am Körper. Jeder Zentimeter weiter außen ist eine Abduktion im Schultergelenk, die den ganzen Arbeitstag gehalten wird.
Vertikale Mäuse und Trackballs verändern die Stellung des Unterarms und können bei bestehenden Beschwerden entlasten. Sie sind eine sinnvolle Alternative, kein Heilmittel und keine Pflichtausstattung; die Umstellung dauert einige Tage, und wer beschwerdefrei arbeitet, hat keinen Grund zu wechseln.
Der Begriff "Mausarm" – im Fachschrifttum RSI für repetitive strain injury – ist ein Sammelbegriff für Beschwerden, die mit immer gleichen, kleinen Bewegungen in Verbindung gebracht werden. Er ist keine Diagnose und keine anerkannte einheitliche Krankheit. Anhaltende Schmerzen in Hand, Unterarm oder Schulter gehören ärztlich abgeklärt, und zwar bevor Zubehör gekauft wird.
Der Laptop
Wer ausschließlich am Notebook arbeitet, hat immer eines von beiden an der falschen Stelle: Bildschirm und Tastatur sitzen fest zusammen, und was für das eine die richtige Höhe ist, ist für das andere die falsche. Das ist keine Frage der Gewöhnung, sondern der Bauform.
Zwei Wege führen heraus, und beide kosten wenig. Entweder das Gerät kommt auf einen Ständer und wird über eine externe Tastatur und Maus bedient. Oder ein externer Bildschirm übernimmt die Anzeige, und das Notebook dient als Tastatur – dann allerdings hochgeklappt hinter der Tastatur, sonst wandert der Blick nach unten. Eine Dockingstation macht beides zu einem Handgriff und ist bei wechselnden Arbeitsorten die Anschaffung, die den Alltag am meisten verändert.
Für eine Stunde im Zug gilt nichts davon. Für acht Stunden am Tag schon.
Wer die Geräte stellt
Am betrieblichen Arbeitsplatz stellt der Arbeitgeber die Arbeitsmittel, und er darf die Kosten dafür nicht auf die Beschäftigten abwälzen; § 3 Abs. 3 Arbeitsschutzgesetz sagt das ausdrücklich. Ein Standardsatz aus Bildschirm, Tastatur und Maus ist damit keine Vergünstigung, sondern Grundausstattung.
Abweichende Ausstattung – eine vertikale Maus, eine besondere Tastatur, ein zweiter oder größerer Bildschirm – ergibt sich nicht aus Vorlieben, sondern aus der Gefährdungsbeurteilung nach § 5 Arbeitsschutzgesetz. Sie ist der Weg, auf dem solche Geräte in den Betrieb kommen: Der Bedarf wird festgestellt, die Maßnahme abgeleitet, das Gerät beschafft. Bei Beschäftigten, die länger krank waren, läuft dieser Weg über das betriebliche Eingliederungsmanagement, das genau solche Anpassungen zum Gegenstand hat. Betriebsarzt und Fachkraft für Arbeitssicherheit können den Bedarf fachlich stützen; der Betriebsrat hat bei der Ausgestaltung mitzureden.
Bei einem Wechsel des Arbeitgebers ist die Ausstattung ein Punkt, der sich vor der Unterschrift klären lässt und der bei einer Zusage nichts kostet – ebenso wie die Bestandteile neben dem Entgelt, über die in Gehalt verhandeln gesprochen wird. Wer in den offenen Stellenangeboten sucht, findet dazu allerdings selten eine Angabe; die Frage stellt man selbst.
Zum Schluss
Die drei Geräte sind der billigste Teil eines Arbeitsplatzes und der, den man am unmittelbarsten spürt. Eine Tastatur ohne Zahlenblock, eine Maus in der passenden Größe und ein matter, höhenverstellbarer Bildschirm kosten zusammen weniger als ein mittelmäßiger Stuhl.
Wenn Sie an einem Punkt anfangen wollen: Messen Sie nach, wie weit Ihre Maus von der Tastatur entfernt liegt. Bei den meisten sind es einige Zentimeter zu viel, und das ist in einer Minute behoben.
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