Was macht ein Gewerbekundenberater Versicherungen im Bankenvertrieb?
Der Gewerbekundenberater im Bankenvertrieb betreut die Firmenkundschaft einer Bank oder Sparkasse in allen Fragen des betrieblichen Versicherungsschutzes. Die Kunden sind Handwerksbetriebe, Einzelhändler, Freiberufler, Landwirte und kleinere mittelständische Unternehmen, die Konto, Finanzierung und Absicherung beim selben Haus bündeln. Grundlage ist die Kooperation zwischen dem Kreditinstitut und seinem Verbundpartner in der Assekuranz: vermittelt werden dessen Produkte, beraten wird unter dem Namen der Bank.
Die Arbeit beginnt mit der Risikoerfassung im Betrieb. Betriebsbeschreibung, Umsatz, Beschäftigtenzahl, Maschinenpark, Fuhrpark und Warenlager bestimmen, welche Deckungen in Frage kommen: Betriebs- und Berufshaftpflicht, Inhalts- und Ertragsausfallversicherung, gewerbliche Gebäudeversicherung, Kraftfahrtflotte, Rechtsschutz, Cyberdeckung, Kredit- und Transportversicherung sowie die betriebliche Altersversorgung der Belegschaft. Dazu kommt die Absicherung des Inhabers selbst über Berufsunfähigkeit, Unfall und Nachfolgeregelungen.
Aus der Analyse entstehen Ausschreibung, Angebotsvergleich, Antrag und Police. Danach beginnt der größere Teil der Tätigkeit: Bestandspflege, Anpassung der Versicherungssummen bei Wachstum oder Umbau, Prüfung auf Unterversicherung, Begleitung im Schadenfall und die jährliche Durchsprache. Ein erheblicher Anteil der Zeit geht in die Zusammenarbeit mit den Kundenberatern des Instituts, die den Kontakt zum Unternehmer halten und Ansatzpunkte melden.
Wie wird man Gewerbekundenberater Versicherungen im Bankenvertrieb?
Der übliche Einstieg führt über eine dreijährige duale Ausbildung, entweder zum Bankkaufmann oder zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, alternativ über ein duales Studium in Betriebswirtschaft oder Versicherungswesen. Auf die Ausbildung folgt in der Regel eine Zeit im Privatkundengeschäft, bevor der Wechsel in die gewerbliche Beratung möglich wird. Fachlich untermauert wird das durch die Aufstiegsfortbildung zum Versicherungsfachwirt oder zum Fachwirt für Versicherungen und Finanzen.
Der Quereinstieg aus dem Bankvertrieb ist verbreitet und setzt den Sachkundenachweis als Geprüfter Versicherungsfachmann voraus. Eine eigene Erlaubnis nach § 34d GewO braucht ein angestellter Berater nicht, solange das Institut selbst über die Erlaubnis verfügt oder als gebundener Vertreter für den Produktgeber registriert ist, der dann die Haftung trägt. Die IDD-Weiterbildungspflicht von fünfzehn Stunden im Kalenderjahr gilt gleichwohl und wird vom Arbeitgeber nachgehalten.
Was der Beruf verlangt
Der Beruf steht unter Zielvorgaben, die sich an vermittelten Beiträgen und an der Zahl der Beratungen bemessen, und er unterliegt einer doppelten Erwartung: die Bank misst den Beitrag zum Verbundgeschäft, der Versicherer die Qualität des Bestands. Gewerbliche Risiken verzeihen keine Oberflächlichkeit. Eine falsch erfasste Betriebsart, eine zu niedrige Versicherungssumme oder eine übersehene Obliegenheit nach dem VVG fällt erst im Schadenfall auf, dann aber mit vollem Gewicht. Beratungsdokumentation und Protokollpflicht sind entsprechend streng. Termine finden häufig beim Kunden statt, teils außerhalb der Öffnungszeiten des Instituts.
Aussichten
Die Nachfrage ist stabil, weil Kreditinstitute das Versicherungsgeschäft als Ertragsquelle jenseits des Zinsergebnisses ausbauen. Einfache Gewerberisiken wandern zunehmend in standardisierte Paketkonzepte und in Online-Strecken ab; das Beratungsgeschäft verlagert sich damit zu größeren und schwerer einzuschätzenden Risiken, etwa Cyber und betriebliche Altersversorgung. Entwicklungswege führen in die Betreuung größerer Firmenkunden, in eine Spezialistenrolle, in die Vertriebsführung oder zu einem Makler beziehungsweise Industrieversicherer.