Sachbearbeiter
Sachbearbeiter in der Versicherungswirtschaft bearbeiten Anträge, Verträge, Leistungen und Schäden nach Bedingungswerk und Vollmacht und sind für ihre Fälle die verantwortliche Stelle im Haus.
15 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Sachbearbeiter verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 2.700 € | 3.100 € | 3.500 € | 37.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 3.300 € | 3.800 € | 4.500 € | 45.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 4.100 € | 4.800 € | 5.900 € | 57.600 € |
Bei den privaten Versicherern greift der Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe, dessen Gehaltsgruppen sich nach Tätigkeit und Berufsjahren richten; Sonderzahlungen und eine betriebliche Altersversorgung sind verbreitet. Bei den Trägern der Sozialversicherung gelten deren eigene Tarifwerke mit Entgeltgruppen und Stufenaufstieg. Variable Anteile sind klein; die Spannweite entsteht über die Sparte und die Komplexität der Fälle, wobei Industrie, Financial Lines und Großschaden über den einfachen Vertragsvorgängen liegen.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Haus zu Haus unterscheiden – im privaten Versicherungsgewerbe stehen sie im Tarifvertrag, bei den gesetzlichen Kassen im TVöD.
Das Berufsbild
Was macht ein Sachbearbeiter in der Versicherungswirtschaft?
Sachbearbeitung ist der Kern des Versicherungsbetriebs. Was ein Vertrag verspricht, wird hier geprüft, gerechnet, erfasst und entschieden. Der Zuschnitt hängt an der Sparte und am Vorgang: im Bestand dieses Portals reicht er von industriellen Sachversicherungen und Kraftfahrt-Schadenmanagement über Vertrag und Kundenservice in der Lebensversicherung bis zum Beitrags- und Versicherungsrecht der Sozialversicherung.
Gemeinsam ist allen Zuschnitten der Ablauf. Ein Vorgang kommt herein, wird auf Vollständigkeit und Zuständigkeit geprüft und gegen das Bedingungswerk gelegt. Fehlt eine Angabe, wird sie angefordert; ist der Fall eindeutig, wird er im Rahmen der eigenen Vollmacht abgeschlossen; ist er das nicht, geht er an die nächste Stufe oder an einen Fachbereich wie Underwriting, Recht oder Medizin. Jede Entscheidung wird begründet und in der Akte nachvollziehbar hinterlegt, weil sie Jahre später noch geprüft werden kann.
Im Schaden kommen Prüfung des Deckungsumfangs, Ermittlung der Schadenhöhe, Abstimmung mit Sachverständigen und Werkstätten, Regress und Rückstellung hinzu. Im Vertrag stehen Antrag, Nachtrag, Beitragsanpassung, Mahnverfahren und Storno im Mittelpunkt. In der Leistung geht es um Anspruchsprüfung, Fristen und die Kommunikation mit Versicherten, Ärzten und Leistungserbringern. In allen Fällen ist Sachbearbeitung Schriftverkehr mit Menschen, die auf eine Entscheidung warten.
Wie wird man Sachbearbeiter in der Versicherungswirtschaft?
Der Regelweg ist die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen; bei den Trägern der Sozialversicherung tritt die Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten an ihre Stelle. Ebenso verbreitet sind Quereinstiege aus anderen kaufmännischen Berufen, aus der Rechtsanwalts- oder Steuerfachangestelltenausbildung und für Fälle mit Rechtsbezug aus einem juristischen Studium. Die Einarbeitung erfolgt am Fall und über die Fachlehrgänge des Hauses, weil jede Sparte ihr eigenes Bedingungswerk hat.
Weiterführend stehen der Versicherungsfachwirt, der Versicherungsbetriebswirt und die Spartenlehrgänge der Deutschen Versicherungsakademie offen; in der Schadenregulierung ergänzen Lehrgänge zum Schadenregulierer und in der Sozialversicherung die Verwaltungsfortbildungen der Träger.
Was der Beruf verlangt
Genauigkeit und Verbindlichkeit. Ein Sachbearbeiter entscheidet über Geld, das anderen zusteht oder nicht zusteht, und beides muss begründet sein. Verlangt werden die Fähigkeit, Bedingungswerk und Gesetzestext auf einen konkreten Fall anzuwenden, ein klarer Schriftstil und die Ruhe, im Telefonat mit einem Betroffenen sachlich zu bleiben. Die Menge macht den Unterschied zur juristischen Prüfung: es sind viele Fälle am Tag, und Fristen laufen parallel.
Aussichten
Standardvorgänge wandern in automatisierte Strecken ab, und der Anteil der Fälle, die eine Entscheidung von Hand brauchen, wird kleiner, aber schwieriger. Damit steigt der Wert von Spartenkenntnis und Rechtsverständnis, und der Beruf verschiebt sich zur Prüfung des Ungewöhnlichen. Wege führen in die Fachbetreuung, ins Underwriting, in die Gruppenleitung oder in die Spezialisierung auf komplexe Schäden.
Aufgaben
- Anträge, Verträge, Leistungs- und Schadenfälle prüfen und entscheiden
- Vorgänge gegen Bedingungswerk und gesetzliche Vorgaben legen
- Fehlende Unterlagen anfordern und Fristen überwachen
- Fälle außerhalb der eigenen Vollmacht an den Fachbereich übergeben
- Schadenhöhe ermitteln und mit Sachverständigen und Dienstleistern abstimmen
- Entscheidungen begründen und nachvollziehbar dokumentieren
- Versicherte, Vermittler und Leistungserbringer schriftlich und telefonisch informieren
Voraussetzungen
- Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen, zum Sozialversicherungsfachangestellten oder vergleichbar
- Kenntnis des Bedingungswerks der eigenen Sparte
- Sicherer schriftlicher Ausdruck und saubere Aktenführung
- Genauigkeit bei Zahlen, Fristen und Deckungsgrenzen
- Sicherer Umgang mit Bestands- und Schadensystemen
- Bereitschaft, sich in eine weitere Sparte einzuarbeiten
Wo man arbeitet
- Innendienst eines Erstversicherers
- Schaden- oder Leistungsabteilung
- Betriebsorganisation eines Rückversicherers
- Krankenkasse, Unfallkasse oder anderer Träger der Sozialversicherung
- Versicherungsmakler oder Assekuradeur
Der Weg in den Beruf
Der Regelweg ist die dreijährige duale Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen; bei Krankenkassen, Unfallkassen und den übrigen Trägern der Sozialversicherung führt die Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten in denselben Beruf. Quereinstiege sind üblich, vor allem aus anderen kaufmännischen Ausbildungen, aus der Rechtsanwalts- und Steuerfachangestelltenausbildung und für Fälle mit Rechtsbezug aus einem juristischen Studium. Die eigentliche Qualifikation entsteht am Fall und über die Fachlehrgänge des Hauses, weil jede Sparte ihr eigenes Bedingungswerk hat. Weiterführend stehen der Versicherungsfachwirt, der Versicherungsbetriebswirt und die Spartenlehrgänge der Deutschen Versicherungsakademie offen.
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In der Suche fortsetzenSachbearbeiter im Vertragsmanagement für kommunale Sachversicherung (all genders) Düsseldorf
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- 2.900 – 5.000 €
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