Produktmanager
Produktmanager in der Versicherung entwickeln Tarife und Bedingungswerke, führen sie durch Kalkulation, Recht und Umsetzung und beobachten sie später im Bestand.
5 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.
Was man als Produktmanager verdient
| Erfahrung | Von | Median | Bis | Jahresbrutto | Verhältnis |
|---|---|---|---|---|---|
| Berufseinstieg | 3.600 € | 4.100 € | 4.700 € | 49.200 € | |
| Mit Berufserfahrung | 4.600 € | 5.300 € | 6.300 € | 63.600 € | |
| Mit langjähriger Erfahrung | 6.000 € | 7.100 € | 9.000 € | 85.200 € |
Im Innendienst greift in der Regel der Tarifvertrag für das private Versicherungsgewerbe, die Rolle liegt dort in den oberen Gehaltsgruppen; mit Verantwortung für eine Tariffamilie wird häufig außertariflich vereinbart. Nach oben wirken Sparte, Größe des verantworteten Bestands, aktuarielle Zusatzqualifikation und Konzerngröße.
Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.
Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Haus zu Haus unterscheiden – im privaten Versicherungsgewerbe stehen sie im Tarifvertrag, bei den gesetzlichen Kassen im TVöD.
Das Berufsbild
Was macht ein Produktmanager in der Versicherung?
Er verantwortet einen Tarif von der Idee bis zur Ablösung. Am Anfang stehen Marktbeobachtung und der Vergleich fremder Bedingungswerke, oft Klausel für Klausel, dazu Auswertungen aus Schaden und Bestand. Aus dem Ergebnis entsteht ein Produktkonzept, das er durch das Haus trägt: mit dem Aktuariat die Kalkulation des Beitrags, mit der Rechtsabteilung die Formulierung der Allgemeinen Versicherungsbedingungen, mit dem Underwriting die Annahmerichtlinien, mit der Rückversicherung die Abgabe, mit der IT die Umsetzung in Tarifrechner und Bestandssystem, mit dem Vertrieb die Schulung und die Verkaufsunterlagen. Er verantwortet die Kundeninformationen, legt den Zielmarkt fest und beobachtet den Tarif später im Bestand anhand von Schadenquote, Storno und Beschwerden; wo es nötig wird, folgen Sanierung oder Beitragsanpassung.
Wie wird man Produktmanager?
Es gibt keinen geregelten Zugang. Üblich sind ein Studium der Betriebswirtschaft, des Wirtschaftsrechts oder der Mathematik, ebenso der Weg über die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit anschließendem Versicherungsfachwirt oder Versicherungsbetriebswirt. Entscheidend ist die Vorerfahrung in der Sparte: Wer aus dem Underwriting, dem Aktuariat, der Schadenregulierung oder dem Vertrieb kommt, kennt die Wirkung eines einzelnen Bedingungssatzes im Alltag. In der Lebens- und Krankenversicherung ist versicherungsmathematische Nähe fast Voraussetzung, in der Kompositversicherung zählt die Spartenkenntnis stärker.
Was der Beruf verlangt
Sprachliche Genauigkeit mit rechtlicher Wirkung. Ein Halbsatz im Bedingungswerk entscheidet über Deckung, und was unklar bleibt, geht im Streitfall zulasten des Versicherers. Dazu Zahlenverständnis, weil jede Leistungserweiterung kalkuliert werden muss, und Standfestigkeit im Zielkonflikt: Der Vertrieb will das beste Produkt am Markt, das Aktuariat einen tragfähigen Beitrag, die Revision Nachvollziehbarkeit. Der Produktmanager hat in diesen Runden meist keine Weisungsbefugnis und muss dennoch zu einer Entscheidung kommen, häufig unter dem Termindruck einer Tarifgeneration. Das Produktfreigabeverfahren aus der Vertriebsrichtlinie verlangt zusätzlich eine dokumentierte Bestimmung des Zielmarkts und die regelmäßige Überprüfung des Tarifs.
Aussichten
Vergleichsportale und Testurteile machen Bedingungen öffentlich vergleichbar und erhöhen das Tempo der Produktzyklen. Die Regulierung wirkt in dieselbe Richtung: Produktaufsicht, Nachhaltigkeitspräferenzen in der Beratung und Anforderungen an digitale Antragswege binden Kapazität und verlangen dokumentierte Verfahren. Wer Bedingungswerk und Kalkulation zusammendenken kann und dazu die technische Umsetzung versteht, ist am Markt knapp. Wege führen in die Leitung des Produktmanagements, in die Spartenverantwortung, in das Underwriting-Management oder in eine Aktuariatsfunktion.
Aufgaben
- Markt und fremde Bedingungswerke vergleichen und Produktideen entwickeln
- Tarife mit dem Aktuariat kalkulieren und mit dem Recht formulieren
- Annahmerichtlinien mit dem Underwriting und die Abgabe mit der Rückversicherung abstimmen
- Umsetzung in Tarifrechner und Bestandssystem mit der IT begleiten
- Zielmarkt bestimmen, Kundeninformationen und Verkaufsunterlagen verantworten
- Vertrieb und Vermittler zu neuen Tarifen schulen
- Tarife im Bestand beobachten und Sanierung oder Beitragsanpassung anstoßen
Voraussetzungen
- Studium der Betriebswirtschaft, des Wirtschaftsrechts oder der Mathematik oder Ausbildung mit Fachwirt
- Mehrjährige Erfahrung in Underwriting, Aktuariat, Schaden oder Vertrieb der Sparte
- Sicheres Urteil über Bedingungstexte und ihre rechtliche Wirkung
- Verständnis von Kalkulation, Schadenquote und Stornoverlauf
- Kenntnis des Produktfreigabeverfahrens und der Informationspflichten
- Fähigkeit, ohne Weisungsbefugnis zu Entscheidungen zu führen
- Belastbarkeit im Termindruck einer Tarifeinführung
Wo man arbeitet
- Produktmanagement eines Erstversicherers
- Spartenzentrale für Komposit, Leben oder Kranken
- Rückversicherer mit Produktberatung
- Versicherungsverbund oder Assekuradeur
- Homeoffice im hybriden Innendienst
Der Weg in den Beruf
Ein geregelter Weg besteht nicht. Üblich sind ein Studium der Betriebswirtschaft, des Wirtschaftsrechts oder der Mathematik sowie der Weg über die Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit Versicherungsfachwirt oder Versicherungsbetriebswirt. Entscheidend sind mehrere Jahre in der Sparte, etwa im Underwriting, im Aktuariat, in der Schadenregulierung oder im Vertrieb; in Leben und Kranken ist versicherungsmathematische Nähe fast Voraussetzung.
Offene Stellen als Produktmanager
In der Suche fortsetzenSenior Produktmanager - Gewerbeversicherung (m/w/d)
Senior Produktmanager (m/w/d) - Versicherung
Produktmanager:in / Underwriter:in Real Estate
Produktmanager (m/w/d) in der Produktentwicklung Privatkunden (Unfallversicherung)
Verwandte Berufe
Fachbetreuer
Fachbetreuer verantworten in einem Maklerhaus oder bei einem Assekuradeur eine Sparte; sie schreiben Risiken am Markt aus, vergleichen Bedingungen und führen die Verträge.
- Offene Stellen
- 23
- Monatsbrutto
- 3.100 – 7.500 €
Maklerbetreuer
Maklerbetreuer sind das Gesicht eines Versicherers gegenüber unabhängigen Vermittlern; sie gewinnen Makler als Vertriebspartner, schulen sie und arbeiten an deren Geschäft mit dem eigenen Haus, nicht am Endkundenvertrag.
- Offene Stellen
- 3
- Monatsbrutto
- 3.400 – 8.500 €
System Architect
System Architects entwerfen bei Versicherern die Struktur der Bestands-, Schaden- und Inkassosysteme und verantworten sie gegenüber den aufsichtsrechtlichen Anforderungen an die IT.
- Offene Stellen
- 0
- Monatsbrutto
- 4.300 – 12.000 €
Volljurist
Volljuristen haben das zweite juristische Staatsexamen und damit die Befähigung zum Richteramt; in Versicherungsunternehmen besetzen sie die Rollen, die genau diese Befähigung voraussetzen, von der Prozessführung bis zur Leitung von Recht und Compliance.
- Offene Stellen
- 9
- Monatsbrutto
- 4.800 – 13.000 €
Passend dazu im Ratgeber
- Vorstellungsgespräch, Fachfragen und Assessment-Center Die meisten Fragen sind vorhersehbar – auch die fachlichen. Wie ein Auswahlverfahren bei e...
- Die Sachkundeprüfung nach § 34d GewO: Ablauf, Inhalte, Vorbereitung Wer beraten und vermitteln will, braucht Sachkunde. Was die IHK prüft, wie der praktische...
- Der Lebenslauf für die Assekuranz: Aufbau, Lücken, Fehler Der Lebenslauf wird schneller gelesen als jedes andere Dokument der Bewerbung. Was hineing...