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Gesetzliche Kassen & Sozialversicherung

Referent

Referenten in der Versicherungswirtschaft arbeiten an der Sparte statt am einzelnen Vertrag: sie entwickeln Bedingungen und Vorgaben, beantworten Grundsatzfragen und begleiten Projekte ihres Fachgebiets.

6 offene Stellen zu diesem Beruf im aktuellen Bestand.

Gehalt

Was man als Referent verdient

Monats- und Jahresbrutto nach Erfahrungsstufe, bundesweit
Erfahrung Von Median Bis Jahresbrutto Verhältnis
Berufseinstieg 3.600 € 4.100 € 4.700 € 49.200 €
Mit Berufserfahrung 4.400 € 5.200 € 6.200 € 62.400 €
Mit langjähriger Erfahrung 5.600 € 6.700 € 8.400 € 80.400 €

Referentenstellen liegen bei den privaten Versicherern in den oberen Gehaltsgruppen des Tarifvertrags für das private Versicherungsgewerbe, bei stärkerer Grundsatz- oder Konzernverantwortung außertariflich. Der variable Anteil ist klein. Bei den Trägern der Sozialversicherung richtet sich die Vergütung nach den Entgeltgruppen des jeweiligen Tarifwerks; dort ist die Spannweite geringer, die Stufenentwicklung dafür planbar. Aktuarielle und juristische Zuschnitte liegen über den betrieblich orientierten.

Die Werte sind Orientierungswerte und keine amtliche Statistik. Sie sind aus öffentlich verfügbaren Erhebungen, Tarifwerken und Stellenanzeigen abgeleitet und auf volle Euro gerundet. Im Einzelfall entscheiden Betrieb, Tarifbindung, Region, Qualifikation und Verhandlung – die Abweichung nach oben wie nach unten kann erheblich sein.

Das Jahresbrutto ist das 12-fache des Monatswertes. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind nicht enthalten, weil sie sich von Haus zu Haus unterscheiden – im privaten Versicherungsgewerbe stehen sie im Tarifvertrag, bei den gesetzlichen Kassen im TVöD.

Gehalt nach Bundesland

Das Berufsbild

Was macht ein Referent in der Versicherungswirtschaft?

Referent ist in dieser Branche die übliche Bezeichnung für eine Fachstelle ohne Führungsverantwortung, die nicht Einzelfälle abarbeitet, sondern die Regeln dafür schreibt. Im Bestand dieses Portals reicht der Zuschnitt von der Kompositversicherung mit Sachversicherung und Rating über technische Versicherungen und industrielle Sachversicherungen bis zum Widerspruchsverfahren der Sozialversicherung und zur Steuerabteilung.

Die Arbeit beginnt bei der Grundsatzfrage. Ein Betrieb, den die Zeichnungsrichtlinie nicht kennt; eine Klausel, die vor Gericht anders gelesen wurde als gemeint; eine Rechtsänderung, die in Bedingungen und Formulare eingearbeitet werden muss; ein Tarif, dessen Rating den Schadenverlauf nicht mehr abbildet. Der Referent recherchiert, holt Daten aus der Bestands- und Schadenstatistik, wägt ab und schreibt eine Vorlage, auf deren Grundlage entschieden wird. Was beschlossen ist, übersetzt er in Bedingungen, Arbeitsanweisungen, Schulungen und Systemvorgaben.

Der zweite Teil ist Projektarbeit. Referenten vertreten ihr Fachgebiet bei der Einführung neuer Produkte und Systeme, prüfen Anforderungen, testen und begleiten die Umstellung. Der dritte Teil ist Auskunft: Innendienst, Vertrieb und Vorstand fragen an, wenn eine Entscheidung Rückwirkung auf die ganze Sparte hat. Bei den Trägern der Sozialversicherung tritt die Bearbeitung von Widerspruchsverfahren hinzu, in der ein Referent Bescheide überprüft und die Position der Verwaltung begründet.

Wie wird man Referent in der Versicherungswirtschaft?

Zwei Wege sind üblich. Der erste führt über Ausbildung und Praxis: Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder Sozialversicherungsfachangestellter, mehrere Jahre Sachbearbeitung, dann Versicherungsfachwirt und Versicherungsbetriebswirt. Der zweite führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Versicherungswirtschaft, Mathematik, Rechtswissenschaft oder einem technischen Fach, häufig mit einem Traineeprogramm als Einstieg.

Gemeinsam ist beiden Wegen, dass Referentenstellen fast nie mit Berufsanfängern besetzt werden. Verlangt wird Kenntnis der Sparte aus der Bearbeitung heraus, weil eine Vorgabe, die im Betrieb nicht funktioniert, keine Vorgabe ist.

Was der Beruf verlangt

Die Fähigkeit, komplizierte Sachverhalte schriftlich auf das Wesentliche zu bringen, denn das Ergebnis der Arbeit ist fast immer ein Text: eine Vorlage, eine Klausel, eine Anweisung, ein Bescheid. Verlangt werden Genauigkeit in der Recherche, Sicherheit im Umgang mit Statistiken und die Bereitschaft, Positionen gegen Widerstand zu begründen. Die Arbeit ist überwiegend eigenverantwortlich getaktet, mit Fristen aus Projekten und Gremien statt aus dem Postkorb.

Aussichten

Der Bedarf wächst, weil Regulierung, Rechtsprechung und neue Risiken laufend Anpassungen erzwingen und weil automatisierte Bearbeitung genaue Vorgaben braucht. Gleichzeitig verschiebt sich das Profil zur Datenarbeit: Rating und Sanierung beruhen zunehmend auf Auswertungen statt auf Erfahrung. Wege nach oben führen in die Gruppen- und Abteilungsleitung, ins Produktmanagement oder in eine Stabsstelle beim Vorstand.

Aufgaben

  • Grundsatzfragen der Sparte recherchieren und Entscheidungsvorlagen schreiben
  • Bedingungen, Klauseln und Formulare entwickeln und fortschreiben
  • Arbeitsanweisungen und Schulungsunterlagen für den Betrieb erstellen
  • Bestands- und Schadenstatistiken auswerten und Ergebnisse einordnen
  • Rechtsänderungen und Rechtsprechung in Vorgaben umsetzen
  • Das Fachgebiet in Projekten und Gremien vertreten
  • Anfragen aus Innendienst, Vertrieb und Leitung fachlich beantworten

Voraussetzungen

  • Mehrjährige Erfahrung in der Sparte oder Studium mit fachlichem Bezug
  • Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen mit Aufstiegsfortbildung oder Hochschulabschluss
  • Sichere Kenntnis von Bedingungswerk und einschlägigen Rechtsgrundlagen
  • Fähigkeit, Sachverhalte knapp und belastbar schriftlich darzustellen
  • Erfahrung im Auswerten von Bestands- und Schadendaten
  • Selbstständige Arbeitsweise mit Projekt- und Gremienterminen

Wo man arbeitet

  • Fachabteilung oder Spartenmanagement eines Erstversicherers
  • Stabsstelle oder Grundsatzabteilung
  • Rückversicherer
  • Krankenkasse, Unfallkasse oder anderer Träger der Sozialversicherung
  • Verband oder Prüforganisation der Versicherungswirtschaft

Der Weg in den Beruf

Zwei Wege sind üblich. Der erste führt über die dreijährige Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzanlagen oder zum Sozialversicherungsfachangestellten, mehrere Jahre Sachbearbeitung in der Sparte und die Aufstiegsfortbildungen zum Versicherungsfachwirt und Versicherungsbetriebswirt. Der zweite führt über ein Studium in Betriebswirtschaft, Versicherungswirtschaft, Mathematik, Rechtswissenschaft oder einem technischen Fach, oft mit einem Traineeprogramm als Einstieg. Referentenstellen werden fast nie mit Berufsanfängern besetzt: verlangt wird Kenntnis der Sparte aus der Bearbeitung heraus, weil eine Vorgabe, die im Betrieb nicht funktioniert, keine Vorgabe ist. Ergänzend bieten die Deutsche Versicherungsakademie und die Verbände Fachlehrgänge zu einzelnen Sparten an.

Offene Stellen als Referent

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