Was hier gearbeitet wird
Der Vertrieb ist der größte Bereich dieses Portals, und er ist in sich sehr verschieden. Vier Formen sollten Sie auseinanderhalten, bevor Sie eine Anzeige lesen.
Die Ausschließlichkeitsorganisation: eine Agentur, die für ein Haus arbeitet, geführt von einer selbstständigen Vertreterin oder einem selbstständigen Vertreter, häufig mit angestellten Kundenberatern. Der angestellte Außendienst: fest vergütet, mit Gebiet und Zielvorgabe, oft im Firmenkunden- oder Spezialistenvertrieb. Der Innendienst mit Servicecenter, Kundenservice und telefonischer Beratung – der zahlenmäßig unterschätzte Teil dieses Feldes. Und der Bankenvertrieb, in dem Versicherungsprodukte über Kreditinstitute vermittelt werden.
Inhaltlich geht es um Bedarfsermittlung, Angebot und Abschluss, um Bestandspflege und Jahresgespräche, um Vorsorge, Sach- und Kraftfahrtversicherung, im Firmengeschäft um betriebliche Altersversorgung und gewerbliche Deckungen.
Der Weg hinein
Die Sachkunde ist Pflicht. Wer berät und vermittelt, muss sie nachweisen; der übliche Weg dorthin ist die Ausbildung zum Kaufmann oder zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen oder die Prüfung zum Geprüften Versicherungsfachmann (IHK). Selbstständige Vermittler brauchen die Erlaubnis nach § 34d GewO und die Eintragung im Register; gebundene Vertreter, für die der Versicherer die Haftung übernimmt, sind davon ausgenommen und werden vom Haus registriert. Für alle Beratenden gilt die Weiterbildungspflicht aus der IDD von fünfzehn Stunden im Jahr.
Der Quereinstieg ist in diesem Feld tatsächlich üblich – aus dem Einzelhandel, aus der Gastronomie, aus anderen beratenden Berufen. Die Häuser schulen und finanzieren die Sachkundeprüfung. Wer diesen Weg erwägt, sollte Quereinstieg lesen und die Fragen des nächsten Abschnitts ernst nehmen.
Wie die Arbeit aussieht
Die Vergütung besteht meist aus einem festen und einem variablen Teil. Zum variablen Teil gehört die Stornohaftung: Löst ein Kunde seinen Vertrag innerhalb der Haftungszeit auf, wird die Provision anteilig zurückgefordert. Das ist branchenüblich und kein Betrug, es bedeutet aber, dass ein gutes erstes Jahr im zweiten teuer werden kann.
Die Arbeitszeiten richten sich nach den Kunden. Termine am frühen Abend und am Samstag sind im Privatkundengeschäft normal, Fahrzeiten kommen dazu. Zielvorgaben sind der Takt dieses Berufs, und sie werden monatlich gemessen. Wer damit umgehen kann, verdient hier früher gut als in jedem anderen Bereich dieses Portals; wer es nicht kann, merkt es schnell.
Worauf in der Anzeige zu achten ist
Die entscheidende Frage lautet: Anstellung oder Handelsvertretervertrag. Beides wird mit denselben Worten beworben, aber nur eines davon bringt Urlaubsanspruch, Kündigungsfristen und Sozialversicherung mit. Steht es nicht in der Anzeige, fragen Sie vor dem ersten Gespräch.
Klären Sie außerdem: Höhe des Fixums, Dauer der Stornohaftung, ob ein Bestand übernommen wird oder ob Sie aufbauen, wer die Termine liefert und ob Kaltakquise verlangt ist. Anzeigen, die ausschließlich mit Verdienstmöglichkeiten werben und über die Vertragsform schweigen, sind es nicht wert.
Vor der Bewerbung
Nennen Sie Sparten, Kundengruppen und belastbare Zahlen aus Ihrer Arbeit. Für das Gespräch über die Vergütung hilft Gehalt verhandeln, für die Frage nach der Vertragsform Kündigungsfristen.